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Michael Blume – Warum bedroht Antisemitismus die Menschenrechte?

Donnerstag, 22. November 2018, 19.00 Uhr
im Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum
Rosenbergstr. 192, 70193 Stuttgart

 Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg
und seit Anbeginn Mitglied im Haus Abraham e.V.:

Warum bedroht Antisemitismus die Menschenrechte?

Der freiheitliche Rechtsstaat basiert auf der Übereinkunft zu freiheitlichen Regeln, die allen Menschen gerecht werden. Aus diesem Vertrauen auf eine wohlwollende Gemeinschaft und eine gerechte, ordnende Instanz gründet sich auch die Idee der allgemeinen Menschenrechte.

Im Weltbild von Antisemiten jedoch herrscht keine gute Macht und kein Grund für ein Vertrauen in die Welt, sondern eine böse Superverschwörung, zu der dann außer Juden, beziehungsweise „Zionisten“, auch immer Demokraten, Justiz und Medien sowie weitere ethnische und religiöse Minderheiten zugerechnet werden. Antisemiten sehen daher im Einsatz für Menschenrechte letztlich das Werk von Verschwörern, die für ihre eigenen Interessen sich lediglich der Menschenrechtsidee bedienen. Antisemiten bedrohen daher die gesamte Gesellschaft und den demokratischen Rechtsstaat. Damit greifen Sie auch die Institutionen an, die die Menschenrechte bewahren und erhalten.

Es gilt also, das Phänomen des Antisemitismus als System aus Verschwörungsmythen zu erkennen. Denn dann können wir endlich auch wieder nicht-rassistisch und positiv bestimmen, was überhaupt mit „Semitismus“ gemeint ist: Wir kennen den Begriff Antisemitismus – aber mit dem positiven Begriff Semitismus verbinden wir nichts. Dabei hat er einen biblischen Ursprung: Sem war der Sohn Noahs. Auf seinen Bund mit Gott gehen Juden, Christen und Muslime zurück. Wir sollten also nicht nur auf das Negative schauen, sondern uns auch positiv mit der Tiefe der Bibel beschäftigen. Über Sem haben sich die monotheistischen Religionen entfaltet – und Kinder des Noah, Geschwister des Sem sind letztlich alle Menschen. Menschen aller Völker, Kulturen und Religionen können sich als Semiten oder als Antisemiten verstehen und verhalten.

Wir freuen uns, dass Herr Blume auch in seinem neuen Amt Zeit für einen Vortrag bei uns im Haus Abraham hat.

Diese Veranstaltung ist auch eingebunden in Reihe der Veranstaltungen zum 70. Jahrestag der Unterzeichnung der Menschenrechtscharta am 10.12.1948. Unter dem Motto VIELFALT - 0711 für Menschenrechte wird es zahlreiche Veranstaltungen vieler Organisationen in Stuttgart geben, mehr dazu unter 0711 Menschenrechte

 Michael Blume 2018 CopyrightLandBW

© Staatsministerium Baden-Württemberg

 Kurzvita Dr. Michael Blume:

- Dr. Michael Blume arbeitet seit 2003 im Staatsministerium.
- 2007 Gründungsmitglied Haus Abraham e.V.
- Im Juni 2010 übernahm er die Leitung der Stabsstelle der Staatsrätin für in-terkulturellen und interreligiösen Dialog sowie gesellschaftliche Werteentwicklung.
- Er war von März 2015 bis Juli 2016 für die Leitung der Projektgruppe „Son-derkontingent für besonderes schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak“ verantwortlich.
- Seit August 2016 ist er Leiter des Referats für „Nichtchristliche Religionen, Werte, Minderheiten, Projekte Nordirak“ im Staatsministerium.
- Im März 2018 wurde er zum Beauftragten des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus ernannt
- Dr. Michael Blume ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

 

Laubhüttenfest — Sukkot

Donnerstag, 27. September 2018
IRGW 
Hospitalstr. 36, 70174 Stuttgart

 

Haus Abraham und die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg feiern das Laubhüttenfest und laden herzlich ein:


Donnerstag, 27. September 2018 19:00 Uhr
Sukkot Sukkot
ein Abend in der Sukka


„Ihr sollt in Hütten wohnen sieben Tage, damit Eure Nachkommen wissen, dass ich die Kinder Jisrael in Hütten wohnen ließ, als ich sie aus dem Lande Ägypten herausführte“. (23,42-43)


Anmeldung für Haus Abrahams Freunde, Mitglieder und Gäste bis 15.09             Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Veranstaltungsort: IRGW
Hospitalstraße 36, 70174 Stuttgart


Zur Veranstaltung bitten wir Sie, Ihren Personalausweis griffbereit zu halten. Männer werden gebeten eine Kippa oder eine Kopfbedeckung zu tragen.


Spenden werden gerne angenommen

www.haus-abraham.de 

Israelische Tänze mit Avi Palvari

Samstag/Sonntag, 22./23. September 2018
im Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum
Rosenbergstr. 192, 70193 Stuttgart

 

Vorankündigung Workshop

„Israelische Tänze“
mit Avi Palvari (Choreograph und Tanzlehrer)

 

Freude an Bewegung, Neugier auf hebräische Lieder und neue Schritte,
Offenheit für eine schwungvolle Art der Interaktion

Zielgruppe: Anfänger, Erwachsene, Kinder
Termine: Samstag 22.September 2018  von 10 bis 12 Uhr

Uhrzeit am Sonntag 23.9.2018 wird nach der Sommerpause bekannt gegeben

Eine Teilnahme ist an beiden oder nur an einem Workshop möglich.
DieTeilnahmegebühr beträgt 10€.

Information und Anmeldung per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
oder telefonisch unter 0711 2864214.

Veranstaltungsort: Stuttgarter Lehrhaus im Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum Rosenbergstr. 192 Stuttgart 70163

Hinweis:    Sport- und Turnschuhe sind erforderlich.
Haftungsaussschluss: Der Veranstalter haftet nicht für Unfälle.



Wie kann islamische Theologie dem Hass auf Juden und Israel entgegenwirken?

Donnerstag, 28. Juni 2018 19:00 Uhr
im Kupferbau, Hörsaal 25
Hölderlinstraße 5, 72076 Tübingen

 

Prof. Dr. Bassam Tibi

Professor Emeritus for International Relations, University of Goettingen, Institute for Political Science

Wie kann islamische Theologie dem Hass auf Juden und Israel entgegenwirken?

Eine über die Tagespolitik hinausgehende islamische, positive Sicht gegenüber Juden und Israel erfordert eine theologische Reform anzustreben, die anderen Religionen gleichen Rang im Rahmen von Religionspluralismus auf Augenhöhe mit dem Islam gewährt. Tibi hat diese Forderung im jüdisch - christlich - islamischen Trialog gestellt. Ohne eine arabische Anerkennung des Staates Israel kann es niemals einen Frieden im Nahen Osten geben. Was muss hierfür geleistet werden? Saudi Arabien ist bereit aus machtpolitischen Gründen (Frontbildung gegen Iran) Israel anzuerkennen. Das ist aber zu wenig, weil ein Existenzrecht vorrangig ansteht. Hierfür müssen politisch-, kulturelle- Voraussetzungen erfüllt werden. Deswegen fokussiert der Vortrag auf folgenden Widerspruch: Der jüdische Historiker Bernard Lewis stellt fest, dass es eine jüdisch - islamische Symbiose im islamischen Spanien gegeben hat. In Tibis Forschung am Center for Advanced Holocaust Studies und in den Arabischen Ländern stellt er jedoch dagegen einen islamistischen Antisemitismus fest. Was stimmt?

Bassam Tibi ist sunnitischer Muslim, er ist ein deutscher Politikwissenschaftler syrischer Herkunft. Als Kind lernte er bis zu seinem sechsten Lebensjahr den kompletten Koran auswendig zu rezitieren, womit er sich das Prädikat Hāfiz erwarb. 1962 kam er nach Deutschland und studierte ab 1965 Sozialwissenschaft und Philosophie – unter anderem bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno – sowie Geschichte an der Universität Frankfurt am Main, wo er 1971 mit seiner Dissertation Nationalismus in der Dritten Welt am arabischen Beispiel promoviert wurde. Von 1973 bis 2009 war er Professor für Internationale Beziehungen an der Georg-August-Universität Göttingen, hatte darüber hinaus zahlreiche Lehr- und Forschungsaufenthalte an ausländischen Hochschulen und wurde über Buchveröffentlichungen und Medienauftritte vor allem in Deutschland auch einem breiten Publikum als Experte für die Arabische Welt und den Politischen Islam bekannt. Er hat 1991 den Begriff des Euro-Islams und 1998 den der Leitkultur geprägt und eingeführt. Er warnt vor einem Wiederaufleben des Antisemitismus.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V. und der israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg statt.

Veranstaltungsort: Kupferbau, Hörsaal 25, Hölderlinstr. 5, 72076 Tübingen

Wir freuen uns über eine Spende

 

 

 



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